Kontakt

Dresdner Akademie für individuelle Geburtsbegleitung (DAfiGb)

Geschäftsstelle
Grundstraße 174
01324 Dresden

Bärbel Junge
Telefon: +49 3512699815
Telefax: +49 3512699816

E-Mail: info@dafigb.de
Internet: www.dafigb.de

Seminare für Hebammen und Geburtshelfer

Geburtshilflicher Nahtkurs

Übungsseminar für Hebammen und Ärztinnen / Ärzte in der Ausbildung

Wie kommt es zur Entstehung geburtshilflicher Verletzungen? Welche Risikofaktoren disponieren dazu? Durch welche Massnahmen lassen sich Verletzungen vermeiden? Welche Rolle spielt die Episiotomie bei der Prävention schwerer geburtshilflicher Verletzungen? Mit diesen Fragen beginnt das Übungsseminar und gibt damit Raum für die Diskussion um die Möglichkeiten von Hebammen und Ärzten, eine den Damm und den Beckenboden schonende Geburtshilfe zu betreiben.

Im zweiten Teil werden die Prinzipien einer professionellen Wundversorgung zunächst theoretisch erläutert. Dabei diskutieren wir zunächst die derzeit sehr kontrovers behandelte Frage der Indikationsstellung für eine Naht. Nach der Erklärung der Nahttechnik der häufigsten Verletzungen werden auch kompliziertere Situationen wie der hohe Scheidenriss, der Klitoris-Riss, urethranahe Verletzungen, der Zervixriss oder ein schwerer Dammriss besprochen.

Im dritten Teil wird praktisch geübt. Zwar lassen sich natürlich nicht Geburtsverletzungen absolut realitätsnah imitieren, dennoch erlaubt der Übungsteil, wesentliche Fertigkeiten und Fähigkeiten einer professionellen Nahtversorgung zu erwerben.

» nach oben


Über den Umgang mit dem „schwangeren Mann" – Tipps und Erfahrungen aus 15 Jahren Väterarbeit für die Einbeziehung des Mannes in Schwangerenbetreuung, Geburtsvorbereitung und Geburt

Workshop für Hebammen, Frauenärzte/Frauenärztinnen, Geburtsvorbereiterinnen und interessierte Laien

Die Einbeziehung des Mannes und Vaters in das unmittelbare Geburtsgeschehen gehört zu den wichtigsten Entwicklungen der modernen Geburtshilfe. Wir durften in den letzten zwei Jahrzehnten eine ganze Reihe Veränderungen in den Kreißsälen und Wochenstationen erleben, die Ausdruck einer Neubesinnung und Humanisierung der Geburt sind. Neben dem sogenannten Rooming in gehört die Anwesenheit des Vaters bei der Geburt zu den besonders bedeutsamsten Trends. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung verdient der „schwangere Mann" und „werdende Vater" auch weiterhin eine ernstzunehmende psychosoziale Betrachtung, weil er eben nicht zum traditionellen Gebären dazugehört. Die Anwesenheit des Vaters bei der Geburt ist eine kulturelle Errungenschaft von größter Bedeutung, für die uns jedoch wie so oft in vielerlei Hinsicht die biologische Ausstattung fehlt. Es ist eine Tatsache, dass die meisten Männer unzureichend vorbereitet in das Erleben der Geburt gehen. Es ist weiterhin eine Tatsache, dass viele Männer die Geburt äußerst belastend wahrnehmen und dass psychosoziale Folgen mit dieser Erfahrung verbunden sein können. Und letztlich kann der Mann insbesondere in kritischen Situationen ein handfestes Problem für die Geburtsbegleitung werden.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Menschen, die professionell Paare durch Schwangerschaft und Geburt begleiten. Zunächst wird die Stellung des Mannes in der modernen Familie beleuchtet und auf die historische Entwicklung dieses Männer- und Vaterbildes eingegangen. Daraus werden die psychosozialen Faktoren abgeleitet, die das Erleben von Vaterschaft mit allen freudvoll-bereichernden, aber auch mit den ambivalent-vermeidenden Aspekten prägen. Breiten Raum nimmt der Umgang mit den individuellen Männertypen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ein, der auf eine optimale Vorbereitung, ein bereicherndes Erleben und auf die Prävention traumatischer Folgen ausgerichtet ist. Es werden Verhaltensregeln im Umgang mit dem Mann in geburtshilflichen Krisensituationen besprochen.

Im letzten Teil des Workshops geht es um Prävention und Therapie traumatischer Geburtserfahrungen bei Männern. Das Seminar endet mit einem Erfahrungsaustausch zur männerspezifischen Geburtsvorbereitung.

» nach oben


Schwangerenbetreuung

Das Seminar wendet sich an Hebammen und interessierte Ärzte mit der Zielstellung, die Qualität der Schwangerenbetreuung im Kontext der beziehungsgeleiteten Geburtshilfe zu verbessern. Es vermittelt grundlegende Kenntnisse für die Begleitung gesunder und regelwidriger Schwangerschaften und setzt sich kritisch mit aktuellen Gepflogenheiten im Umgang mit Schwangeren auseinander. Es beinhaltet die Module 1-3 des Curriculums geburtshilfliche Kompetenz.

Dauer: 2 Tage je 8 Stunden

» nach oben


Die moderne Geburtshilfe im Spannungsfeld zwischen Risikoprävention und Risikodisposition

Workshop für geburtshilflich tätige Teams aus Hebammen und Ärzten

Das Seminar richtet sich in erster Linie an Klinikteams aus Hebammen und Ärzten. Ziel des Workshops ist eine Verbesserung der Nofallprävention und der interprofessionellen Kommunikation aller potentiell an Notfällen beteiligten Personen.

In der Einführung werden zunächst die verschiedenen geburtshilflichen Paradigmen im kulturellen Wandel erklärt und daraus das Risikoverständnis der modernen Geburtshilfe abgeleitet. Ausführlich wird dabei auf die destruktive Rolle der professionellen Angst eingegangen. An verschiedenen Beispielen wird erklärt, wie aus zunächst fortschrittlichen Überlegungen Routinen und Mythen entstanden sind, die eine handfeste Notfalldisposition darstellen können.

Im zweiten Teil des Workshops werden 6 Komplexe geburtshilflicher Handlungen näher betrachtet:

  • Übertragungsmanagement und Geburtseinleitung
  • Reaktion auf einen Geburtsstillstand
  • Verhalten bei einer intrauterinen Not des Kindes
  • Verhalten bei einer Schulterdystokie
  • Begleitung der Plazentarperiode
  • Verhalten bei der Reanimation des Kindes.

Zunächst werden für jeden der Komplexe allgemeine theoretische Zusammenhänge dargestellt. In der anschließenden Diskussion wird die gegenwärtige Praxis der jeweiligen Einrichtung unter den SeminarteilnehmerInnen hinsichtlich vorhandener Ressourcen und Defizite kritisch beleuchtet. Der Seminarleiter übernimmt die Moderation und die fachliche Begleitung des Gesprächs. Er versteht sich dabei stets als wohlwollender Berater und Begleiter der Diskussion, ohne sich dabei höhere Kompetenzen anzumaßen. Im Ergebnis dieses Prozesses können für jeden Komplex einrichtungsspezifische Leitlinien gefunden und vereinbart werden.

Der Workshop ist bereits mit sehr großem Erfolg an mehreren Kliniken gelaufen. Dabei wurde insbesondere die Förderung des Zusammenwirkens der Berufsgruppen Ärzte und Hebammen im geburtshilflichen Alltag und der große präventive Nutzen des Seminars gewürdigt.

» nach oben


Notfallszenarien in der Geburtshilfe

Im Unterschied zum Komplexseminar nähert sich dieser Kurs aus einer anderen Perspektive dem geburtshilflichen Notfall: es werden kritische Geburtsverläufe in Rollenspielen simuliert, bei denen Hebammen und Ärzte ihren diagnostischen Sachverstand, die differentialdiagnostische Abwägung und die therapeutische Kompetenz schulen können. Jedes Szenario wird ausführlich hinsichtlich der Anforderungen an Kommunikation, Dokumentation und juristische Sicherung betrachtet.

Dauer: 1 Tag, 8 Stunden

» nach oben


Geburtshilfliche Notfälle – vermeiden – erkennen – behandeln

Das Komplexseminar stellt einen Grundlagenkurs für geburtshilfliches Risiko- und Notfallmanagement an Kliniken und in der außerklinischen Geburtshilfe dar, das alle medizinischen, emotionalen und juristischen Aspekte der Krise im Geburtsraum umfasst. Es beinhaltet die Module 4 – 12 und 14 – 15 des Curriculums geburtshilfliche Kompetenz.

Dauer: 2 Tage je 8 Stunden

» nach oben


Curriculum geburtshilfliche Kompetenz

Das Curriculum umfasst 18 Module mit insgesamt 72 Stunden. Es ist über einen Zeitraum von 4 Jahren konzipiert. Das Curriculum wird mit einem Diplom zertifiziert, das zukünftig als Nachweisinstrument im Rahmen der Qualitätssicherung für Hebammen und Geburtshelfer dienen könnte. Verhandlungen mit den Ärztekammern, den Hebammenverbänden und mit den Krankenkassen sind hierzu im Gange.

Voraussetzung zur Erlangung des Diploms sind der Nachweis von jährlich 12 Punkten und der Besuch aller Module im Laufe von 4 Jahren. Das bedeutet einen durchschnittlichen Weiterbildungsaufwand von 1,5 Stunden monatlich. Das Diplom behält fünf Jahre Gültigkeit. Die Module werden teils als Einzelseminare, teils kombiniert als Tages- bzw. Mehrtagesveranstaltungen angeboten.


Modul 1 (9 Stunden, 6 Punkte) - Schwangerschaftsbegleitung

  • Prinzipien der Schwangerenbetreuung durch Hebammen und Ärzte
  • Mutterschaftsrichtlinie - Einführung und kritische Analyse
  • Inhalte einer kompetenten, verantwortungsvollen Schwangerenbetreuung
  • Körperliche und seelische Veränderungen während der Schwangerschaft
  • Schwerpunkte der Befragung, Beobachtung und Untersuchung der Schwangeren
  • Allgemeine Beratungen zu Lebens- und Gesundheitsfragen
  • Ernährungsberatung
  • Impfungen und Rhesusprophylaxe
  • Serologische Untersuchungen während der Schwangerschaft
  • Ultraschall, Doppler, CTG
  • Pränataldiagnostik
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Betreuung bei Beckenendlage

» nach oben


Modul 2 (4,5 Stunden, 3 Punkte) - Schwangerschaftserkrankungen

  • Kompetenzabgrenzung und Zusammenwirken von Hebamme und Arzt
  • Hyperemesis gravidarum
  • Blutungen in der Schwangerschaft
  • Gestationsdiabetes
  • Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen und Präeklampsie
  • Lebererkrankungen
  • Karpaltunnelsyndrom
  • Cervixinsuffizienz
  • Plazentainsuffizienz
  • Vorzeitige Wehen
  • Lageanomalien
  • Zeitliche Übertragung
  • Geburtsplanung bei pathologischen Schwangerschaftsverläufen

» nach oben


Modul 3 (3 Stunden, 2 Punkte) - Infektionen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett

  • Virusinfektionen
  • Harnwegsinfektionen
  • Vaginalinfektionen

» nach oben


Modul 4 (3 Stunden, 2 Punkte) - Erkennung geburtshilflicher Risiken

  • Checkliste zur Risikoerkennung
  • Geburtsplanung bei pathologischen Schwangerschaftsverläufen
  • Wahl des Geburtsortes
  • Wahl des Geburtsmodus

» nach oben


Modul 5 (3 Stunden, 2 Punkte) - Prinzipen der Geburtshilfe

  • Die menschliche Geburt im Blickwinkel der kulturhistorischen Entwicklung
  • Die moderne Geburtshilfe im Spannungsfeld zwischen Risikoprävention und Risikodisposition
  • Die professionelle Angst als Hauptrisikofaktor der Geburtshilfe

» nach oben


Modul 6 (6 Stunden, 4 Punkte) - Geburtsstillstand

  • Wesen der individuellen Geburtsdynamik
  • Einflussfaktoren auf Wehentätigkeit und kindliche Einstellung
  • Wehenschwäche
  • Einstellungsanomalie

» nach oben


Modul 7 (1,5 Stunden, 1 Punkt) - allgemeine Prinzipien des geburtshilflichen Notfallmanagements

  • Organisatorische und fachliche Voraussetzungen für das geburtshilfliche Notfallmanagement
  • Allgemeine Handlungsprinzipien im geburtshilflichen Notfall
  • Dokumentationsfragen

» nach oben


Modul 8 (6 Stunden, 4 Punkte) - mütterliche Komplikationen während der Geburt

  • Uterusruptur
  • Fruchtwasserembolie
  • Vorzeitige Plazentalösung
  • Eklampsie
  • Epilepsie
  • Atonische Nachblutung
  • Cervixriss

» nach oben


Modul 9 (3 Stunden, 2 Punkte) - Schulterdystokie

  • Mütterliche Risikofaktoren
  • Kindliche Risikofaktoren
  • Geburtshilfliche Risikofaktoren
  • Management bei Schulterdystokie
  • Kardinalfehler
  • Praktische Übungen
  • Nachbetreuung von Mutter und Kind
  • Dokumentation

» nach oben


Modul 10 (3 Stunden, 2 Punkte) - kindliche Komplikationen unter der Geburt

  • Kriterien zur Beurteilung des kindlichen Befindens während der Geburt
  • Amnioninfektion
  • Nabelschnurvorfall
  • Intrauterine Asphyxie

» nach oben


Modul 11 (4,5 Stunden, 3 Punkte) - Reanimation des Neugeborenen

  • Kompensationsmechanismen des Neugeborenen
  • Hämodynamische Grundlagen
  • Beatmung und Intubation
  • Herzdruckmassage
  • Situationsangepasste Verhaltensregeln
  • Praktische Übungen an der Reanimationspuppe
  • Organisatorische Fragen

» nach oben


Modul 12 (1,5 Stunden, 1 Punkt) - Das postnatale Belastungssyndrom

  • Allgemeine Überlegungen zu einem noch nicht beschriebenen Krankheitsbild
  • Geburtshilfliche Dispositionsfaktoren
  • Diagnostische Marker
  • Prinzipien und Möglichkeiten der Nachsorge

» nach oben


Modul 13 (4,5 Stunden, 3 Punkte) - Nahtversorgung

  • Dispositionsfaktoren für die Entstehung geburtshilflicher Verletzungen
  • Kritische Reflexion der Episiotomie
  • Klassifikation geburtshilflicher Verletzungen
  • Indikationen zur Wundversurgung
  • Organisatorische und fachliche Grundvoraussetzungen der Nahtversorgung
  • Technik der Wundversorgung
  • Praktische Übungen
  • Versorgung spezieller Verletzungen
» nach oben

Modul 14 (3 Stunden, 2 Punkte) - Rechtsfragen in der Geburtshilfe

  • Behandlungsvertrag
  • Aufklärung
  • Dokumentation
  • Abrechnung
  • Der Haftpflichtfall in der Geburtshilfe

» nach oben


Modul 15 (3 Stunden, 2 Punkte) - Beziehungsbühne Kreißsaal

  • Das emotionale Spannungsfeld im Geburtsraum
  • Übertragung und Gegenübertragung
  • Psychodynamik bei normalen und komplizierten Geburten
  • Verhaltensregeln im Komplikationsfall
  • Rollenspiele

» nach oben


Modul 16 (2 x 1,5 Stunden, 2 Punkte, max. 10 Teilnehmer) - Balintgruppe für Hebammen und Geburtshelfer

  • Einführung in die Methodik der Balintgruppenarbeit
  • Supervidierte Balintgruppe für Hebammen und Geburtshelfer

» nach oben


Modul 17 (3 x 1,5 Stunden, 3 Punkte, max. 3 Einrichtungen) - Supervision von Problemgeburten

  • Einführung in die Methodik der Supervision
  • Supervision von je 2 Problemgeburten

» nach oben


Modul 18 (4,5 Stunden, 3 Punkte + 1,5 Stunden, 2 Punkte, max. 10 Teilnehmer) - Psychohygiene und Burn-Out-Management von Hebammen und Geburtshelfern

  • Das Burn-Out-Syndrom als Risikofaktor der Geburtshilfe
  • Strategien und Prinzipien der Psychohygiene
  • Wege aus dem Burn-Out
  • Selbsterfahrung

» nach oben